Die Geschichte von "Guipago", dem einsamen Wolf




 

Wer war ich? Ich weiß es nicht mehr.

Geboren wurde ich wahrscheinlich 2004 in Deutschland.

 

Meinen Namen kenne ich nicht mehr und das schien auch 2013 nicht mehr weiter von Bedeutung zu sein.
Ich lebte in 39167 bei Wanzleben Börde auf einem ganz kleinen Hof.

Mein Herrchen war aus beruflichen Gründen die Woche über nicht da. Ich weiß nicht mehr ob ich mein Leben als schön bezeichnen sollte, aber ich war zumindest ich selbst. Wahrscheinlich habe ich das gemacht was Jeder einsame Wolf macht, mein kleines Revier verteidigt. Viele aus meinem Dorf wussten gar nicht das ich existiere, dabei habe ich hier Jahre auf meinem kleinen Hof gelebt.
Leider kam es zu einem Zwischenfall, keine Ahnung was passierte, aber irgendwie habe ich dann wohl Jemanden gebissen und das war der Anfang meines persönlichen Alptraumes.

Ich wurde Mitte 2013 von den Behörden in Wanzleben Börde beschlagnahmt und kam in die Tierauffangstation in 39397.

Die folgenden über 1,5 Jahre spielten sich nahezu ausnahmslos in einem 12m² Zwinger ab... EINSAM!

 



Am 15.09.2014 bekam ich Besuch.
Mein Pfleger kam zuerst in meinen Zwinger und ich flüchtete wie immer laut stark auf meine Hütte. Er warf mir Leckerlies hin, aber traute sich wie immer nicht an mich ran. Dabei hatte ich viel mehr Angst, denn diese hat man mir hier erst beigebracht. Eine unbeschreibliche Angst habe ich hier gelernt, denn hier war ich nirgends sicher. Weder in meiner Hütte, noch auf meiner Hütte und 12m² Zwinger bieten nicht viel mehr Optionen um zu flüchten. Hier habe ich gelernt zu was der Mensch fähig ist wenn sein Herz nicht für uns Tiere schlägt.


 

 

Nach meinem Pfleger kam eine junge Frau zu mir, sie sprach mich an aber schaute mich nicht an. Keine Ahnung was sie von mir wollte, aber sie gab mir auch ein Leckerlie auf meine Hütte. Ich hatte Hunger, also fraß ich es und dann stellte sie sich einfach neben meine Hütte in die Ecke in die sich sonst keiner mehr getraut hat und hielt mir die Leckerlies hin. Ich war völlig irritiert, denn ich wollte die Leckerlies haben, schließlich hatte ich Hunger. Und so wie es aussah wollte die Frau das ich sie aus ihrer Hand nehme. Der Hunger überzeugte mich und ich versuchte ihr mit all meinem Mut und meinen Möglichkeiten über die Körpersprache zu sagen das ich ganz doll Angst habe, aber ihr versuche zu vertrauen. Nicht einmal hat sie mich angesehen und stand mir nie frontal gegenüber, das tat mir gut. Ich glaube sie hat mir versucht in meiner Sprache zu sagen das ich ihr vertrauen darf und ich habe es verstanden.

Es war ein kurzer Besuch und ich weiß nicht warum sie da war. Aber man hat mir Vertrauen geschenkt und auch wenn ich keine andere Wahl hatte in meinen 12m² und einst auf brutale Weise lernen musste das ich keine Rechte mehr habe und alles über mich ergehen lassen muss, so war dieser Moment für mich sehr wichtig, denn mein Pfleger schien daraus etwas gelernt zu haben. Angefasst hat mich weiter niemand, aber man ging etwas anders danach mit mir um.


Am 15.10.2014 kam die Frau mich wieder besuchen. Sie brachte mir Leckerlies mit und redete mit mir. Ich war ganz aufgeregt, denn auf meine Weise habe ich mich über ihren Besuch gefreut. Es war etwas Abwechslung in meinem tristen Alltag.
Sie stellte sich wieder an meine Hütte auf der ich saß und dann passierte es, sie fasste mich an. Welch komisches Gefühl das war mal wieder gestreichelt zu werden. Sie spürte mein zerzaustes und stumpfes Fell. Roch den Gestank den ich ausstrahlte und spürte jeden einzelnen Knochen an meinem ausgemärgelten Körper. Sie gab mir ein Versprechen an dem Tag.

 

Viel Zeit verging und ich wartete sehnsüchtig auf die Person die mich einst besuchte und mir Vertrauen schenkte. Ein kalter Winter war vergangen und ich habe gewartet. Vergebens gewartet. Ich wusste ja nicht das Dank der Behörden alles so lange dauert, denn die Frau hatte extra für mich die Prüfung gemacht die nötig war um einen "gefährlichen" Hund führen zu dürfen. Was ich auch nicht wusste war, dass es nun daran scheitern sollte, weil ich keinen Wesenstest schaffe. Ich bin seit fast 2 Jahren ohne richtigen menschlichen Kontakt, war nicht mehr spazieren und hatte keine Sozialkontakte. Wie sollte ich nach fast 2 Jahren Leben auf 12 m² rund um die Uhr diesen Wesenstest schaffen um hier raus zukommen. Es schien hoffnungslos.

Es war bereits der 09.04.2015 und mein Pfleger holte mich mit der Fangstange aus meinen Zwinger. Er verbrachte mich in den Hundeanhänger und fuhr mit mir los. Ich wusste nicht was passiert. Ich hatte Angst und wir fuhren Kilometer für Kilometer.
Nach Einiger Zeit hielten wir an, ich hörte Stimmen und die Tür wurde geöffnet.



 

Da standen Menschen die ich nicht kannte und da war sie, die Frau die mich zwei Mal besuchte, auf die ich Monate gewartet habe. Mein Pfleger holte mich mit der Fangstange aus meinem Anhänger und ich stand plötzlich in Mitten von mehreren fremden Menschen an einem mir völlig unbekannten Ort. Einer der Männer begutachtete mich und sprach mit den Anderen. Ich wusste nicht das er der Tierarzt ist der mich nun zu der Frau die mich besuchte entlassen möchte. Das hier ist der Ort an dem ich also von den Behörden aus heute einen Wesenstest bestehen sollte.




 

Immer noch habe ich Angst, bin völlig unsicher. Man zieht mir ein Geschirr um und macht mir die Fangstange ab. Ich soll laufen was mir sehr schwer fällt, aber mit der Frau die mich besucht hat an meiner Seite entspanne ich mich langsam. Man untersucht mich, tastet vorsichtig an mir rum, denn immerhin soll ich gefährlich sein.






 

Nach einer gefühlten Ewigkeit liege ich in einer Hundebox und bin in einem anderen Fahrzeug. Was hat das zu bedeuten? Ich bin völlig müde, mir tut alles weh. Was kommt nun auf mich zu?








Nach einer Weile steigen ein Mann und die Frau die mich besucht hat ein. Habe ich es tatsächlich geschafft? Muss ich nicht mehr in meine Hölle zurück?

Wir fahren wieder eine Weile und ich steige wieder an einem anderen Ort aus. Es ist Platz hier, ganz viel Platz und ich habe mehrere Hütten und ich habe Platz. Es erwartete mich eine Schale frisches Wasser und Schale Futter was ich dankend annehme. Ich sehe mich um und die Frau ist bei mir. Ich bin glücklich, kann mich bewegen und mit mir wird gekuschelt.

 




Nach dem ich mich in Ruhe umgesehen habe darf ich spazieren gehen.

Mein neues Frauchen vertraut mir einfach und ich sauge die Nähe, Zuwendung und Freiheit auf.

 

Wir gehen an ein paar Häusern vorbei und an einem Feldweg lang. Die Pfützen sind faszinierend. Ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich zuletzt an meinen Pfoten Erde und Wasser gespürt habe.

 





Ich bin im Paradies. Mein erster Tag im neuen Leben und mir geht es gut. Ich sehe die Natur, meine müden und steifen Gelenke können sich mal wieder frei bewegen.

 





Die Zuwendung tut mir sehr gut und ich schlafe meine erste Nacht in meinem neuen Zuhause auf weichen Decken die ich zuvor nicht hatte. Mein Frauchen hat mir ein Bett gemacht und kuschelt mit mir bevor ich einschlafe.


Das Leben scheint doch nicht so schlecht zu sein, wenn da nicht meine Schmerzen wären von den noch Niemand was weiß.

 



Es ist der zweite Tag in meinem neuen Zuhause. Mir geht es psychisch den Umständen entsprechend gut. Man hat mir sehr viel Böses angetan und das kann ich natürlich nicht einfach so vergessen, aber ich vertraue meinem neuen Frauchen und will jetzt schon nicht mehr ohne sie sein. Ich möchte an ihrer Seite sein, mit ihr überall hin gehen denn ich weiß, sie vertraut mir und das macht uns zu einem perfekten Gespann.

Nun bringt sie mich aber wieder in ihr Auto und ich weiß nicht warum. Bringt sie mich jetzt wieder weg von sich? Ich habe Angst.

 


 

Sie hat meinen Urin gesehen, ich kann nicht alles vor ihr verstecken. Ich will hier nicht wieder weg.

Wir fahren nicht lange und ich steige bei Jemanden aus der mich untersucht. Ich bekomme Spritzen und dank meinem Frauchen an meiner Seite weiß ich, es wird mir nichts Böses passieren. Ich mache alles ganz lieb mit, sogar die Untersuchung in meinem Po. Alle machen einen sehr ersten und besorgten Eindruck. Ich habe doch nichts falsch gemacht.
Ich wollte kein Blut pinkeln, aber es kommt einfach.

 

 



Die nächsten Tage bin ich oft bei Tierärzten. Ich bekomme Spritzen und Tabletten. Mein Futter erbreche ich kaum noch, der Durchfall in soweit im Griff. Das Blut kam von einer schweren Blasen- und Prostataentzündung. Ich habe Arthrose und meine Gelenke sind weitest gehend alle steif. Mein Frauchen ging mit mir mehrfach zu einer Physiotherapeutin. So richtig half meinen Gelenken aber die täglichen Spaziergänge die wir Beide machten. Mehrfach am Tag.



Ich habe mal gefressen und dann wieder nicht. Jeden Tag gab mir mein Frauchen und das Herrchen was ich aber nicht an mich lassen wollte etwas Anderes zu fressen. Er ist ganz lieb zu mir, aber ich habe höllische Angst vor ihm. Sie haben alles probiert und am Besten gefiel mir die gebratene Leber. Ich wollte in jeder Mahlzeit gebratene Leber.


 

 

 

Am 28.04.2015 musste ich operiert werden. Man entschied sich dafür mich zu kastrieren damit meine Prostata zur Ruhe kommt. Zuvor bekam ich schon täglich Tabletten gegen die starke Vergrößerung und Verlagerung.


Ich habe mich sehr gut in Narkose legen lassen. Ich wusste tief in meinem Herzen, mir passiert nichts und mein Frauchen ist bei mir.

 




 

Nach der Kastration untersuchte die Tierärztin meine Zähne und entdeckte meinen kaputten Backenzahn.

2 Stunden dauerte es bis sie ihn raus hatte. Der hatte mir seit Langem starke Schmerzen bereitet, aber zuvor hat es Niemanden gekümmert.
Es war zu sehen dass ich Schmerzen hatte, das ich Blut pinkelte und und und, aber es hat niemanden interessiert.



Ich habe die OP gut überstanden und nach fast 4 Stunden wache ich in meinem neuen Zuhause wieder auf und an meiner Seite ist mein heiß geliebtes Frauchen.

 



Die Hoffnung für meine neue Familie war groß es geschafft zu haben. Meine Blasen- und Prostataentzündung war unter Kontrolle und am heilen. Alle glaubten mein Problem mit der Futteraufnahme kam von dem Zahn.

Ich genoss mein neues Leben einfach so gut es ging, aber meine Familie machte sich Sorgen um mich. Ich nahm nicht zu und es wurde geforscht und geforscht.
Eine Blutuntersuchung zeigte ja das ich eine schwere Anämie habe, ist ja auch nicht verwunderlich bei meiner Haltung und schlechten Ernährung zuvor. Diese war aber am besser werden und die Kontrolluntersuchung zeigte, das es zwar sehr langsam besser wurde, aber eigentlich keinen Grund mehr für meine extreme Fressunlust ständig gab und das ich einfach keine Kondition bekam. Meine Familie hat es mir an Nichts fehlen lassen.

 

 

 

 

Es dauerte sogar Wochen und 3 Wurmkuren bis der starke Wurmbefall in mir bekämpft war. Ich habe diese Würmer schon lange gehabt. Flöhe und Würmer waren lange Zeit meine Begleiter und einzigen soziale Kontakte auf die ich aber liebend gern verzichtet hätte.


Von Beiden hat man mich in meinem neuen Zuhause befreit.

 

 

 





 

 



Ich bin ein glücklicher Hund.















 

Am 24.07.2015 ist mein Frauchen plötzlich weg. Jeden Tag warte ich, mein Herrchen vertraue ich nicht. Er ist lieb zu mir, aber ich kann ihn nicht in meine Nähe lassen. Ich vertraue Niemandem ohne meinem Frauchen. Es vergeht Tag für Tag und sie kommt einfach nicht. Ich fresse und warte.
Am 09.08.2015 höre ich endlich ihr Auto wieder. Mein geliebtes Frauchen kommt endlich wieder. Sie kommt zu mir, ich freue mich und merke wie sie sich über mich freut und dann sehe ich ihr besorgtes Gesicht. Ich kann nun nicht mehr stark sein. Aber ich wollte sie unbedingt noch einmal wieder sehen.


Sie nimmt mich wieder mir rein und ich gehe in ihr Bett. Wir kuscheln und sie sieht wie es mir immer schlechter geht. Sie fährt mit mir in die Klinik und ich habe schon über 40 Grad Fieber als wir 30 Minuten später da ankommen. Der Tierarzt tastet mich ab und ich habe unbeschreiblich starke Schmerzen im Bauch. Mein Frauchen trägt mich auf einen Tisch, da werde ich geröntgt und ich habe keine Kraft mehr. Ich sehe die Tränen in den Augen meines Frauchens und ich weiß, sie wird das Richtige tun.
Ich wollte ihr leb wohl sagen und mich für die 4 Monate bedanken. Das war die schönste Zeit in meinem Leben.

 

 

 





Sie bleibt bei mir und ich bekomme eine Spritze. Es ist 17:01 Uhr und ich schlafe friedlich ein.


09.08.2015, 17:01 Uhr          R.I.P. Guipago, run free


Mein Leben war hart, aber im Gegensatz zu vielen anderen Seelen habe ich die Chance gehabt die schönen Seiten kennen lernen zu dürfen. Meine Seele hat ihren Frieden gefunden, ich habe den Menschen meines Lebens gefunden und dieser Mensch hat um mich gekämpft. Monate um mich zu bekommen, Monate um mir ein Leben zu bieten.
Der Kampf war aber schon seit sehr langer Zeit verloren, denn in mir wuchs ein Tumor der bereits so groß war, dass er meine Lunge und alle anderen Organe verdrängte.
Auf Grund meines Alters und meiner Gesundheit die mir über lange Zeit in der Tierauffangstation zerschunden wurde wäre eine so große OP für mich zur Folter geworden und ich hätte sie wahrscheinlich nicht mehr geschafft.
Mein Frauchen sprach mit dem Tierarzt und sie wollte die richtige Entscheidung für mich treffen. Und das hat sie.

 

Mein Frauchen gab mir den Namen Guipago, einsamer Wolf. Dank ihr starb ich nicht als einsamer Wolf.

 

 

 

 

 

Fakten hinter der Geschichte:

Mein Name ist Janine Neuberg und ich bin zweite Vorsitzende im BördeTiere e.V.
Ich wurde 2014 von dem Ordnungsamt Wanzleben kontaktiert. Es ging um einen Hund der seit Monaten bei der Tierauffangstation in Gröningen im Bördekreis sitzt und monatlich laut Aussage der Behörde 420 € kostet. Eine Euthanasie wäre wegen den Rechtswegen nicht so einfach zu realisieren, aber man wollte sich die monatlich 420 € gern sparen und nicht mehr an den Betreiber Herrn Rosanski bezahlen.
Da ich zu dem Zeitpunkt nicht die benötigte Sachkunde gemäß § 9 des Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren (GefHuG) hatte konnte der Hund nicht zu mir.
Das Ordnungsamt Wanzleben bot mir an die Kosten für die Prüfung zu übernehmen, was ich annahm und somit im Oktober 2014 bereits die Prüfung ablegte.
Ich erbat mir bis November Zeit zur Übernahme, da ich den Hund in einem angemessenen Bereich meines Grundstückes unterbringen wollte um mit ihm in Ruhe zu arbeiten ohne das er für meine Familie oder Besucher eine Gefahr darstellt und dieser Bereich in der Sanierung war. Das Ordnungsamt teilte mir in dem Telefonat mit, dass sie eh noch die weiteren rechtlichen Schritte klären müssen und sich dann melden. Es vergingen Wochen und es kam keine Reaktion mehr. Auf meine Nachfrage bekam ich eine E-Mail in der stand, ich müsste die §11 einreichen und dann kann ich den Hund übernehmen. Das ich diese nicht habe, weil ich sie nicht brauche, wusste die Behörde und somit blieb nur noch der Weg über den Wesenstest den der Hund schaffen musste. Das war ein Fall der Unmöglichkeit und somit schien der Fall auch für die Behörde erledigt zu sein. Man meinte, ich solle den Hund auf dem Gelände der Tierauffangstation trainieren.
Dazu sollte gesagt sein das erstens das Gelände keine Umzäunung hat, zweitens der Hund aus der Situation dort musste und drittens ich nicht um die Ecke des Geländes wohne und somit die Fahrtkosten ins unermessliche gestiegen wären.
Das Landesverwaltungsamt machte da auch keine Ausnahme, entweder der Hund schafft des Wesenstest oder es muss jemand gefunden werden der §11 hat und den Hund zu sich nimmt.
Ich habe mit dem Tierarzt gesprochen bei dem ich meine praktische Prüfung für die Sachkunde ablegte, denn dieser nimmt auch Wesenstest ab. Ich schilderte ihm ganz genau den Fall dieses Hundes und meinen Eindruck von seinem psychischen Zustand bei beiden Besuchen. Der Tierarzt erklärte mir das wenn der Hund krank ist, was er unübersichtlich war, dann nicht tauglich ist. Also darf er bei ihm keinen Wesenstest abnehmen und somit gilt das als bestanden.
Das war die Chance für das Tier und das wurde dann zügig umgesetzt.
Ich wollte den Hund selbst abholen, was die Behörden verweigerten. Der Hund sollte von dem Betreiber oder einem Mitarbeiter der Tierauffangstation zu dem entsprechenden Tierarzt gebracht werden. Das erfolgte am 09.04.2015. Verladen und Ausladen wurden von dem Mitarbeiter mit Fangstande vollzogen.

 

Der Rüde war abgemagert, seine Gelenke waren steif, die Muskulatur völlig zurückgebildet und von der Psyche ganz zu schweigen.
So konnte kein Wesenstest mit ihm gemacht werden und er bekam die Krankschreibung und Anordnung von dem Tierarzt in ein familiäres Umfeld versetzt zu werden wo man ihn psychisch resozialisiert und er tierärztlich versorgt wird. So kam ich an den Hund.
Ein Alter, Namen oder sonst was gab es nicht, denn der Hund schien weiter keine Identität zu haben.

Am gleichen Tag noch musste ich bei dem Ordnungsamt Wanzleben die Papiere des Hundes einreichen und man gab mir auch gleich die Anmeldung für die Steuer in die Hand. Die Bitte war dieses schnellstmöglich auszufüllen und einzureichen.
Das man mir ein Jahr steuerfrei mit angeboten hatte wurde auch erst mal vergessen und somit bekam ich auch kurze Zeit später eine Rechnung die ich korrigieren ließ.

Also nannte ich ihn Guipago und er war exakt 4 Monate mein treuer Begleiter der mir zu 100% in jeder Situation vertraute. Es entstand vom ersten Tag an eine Seelenverbindung zwischen uns.

In der gesamten Zeit hat sich von dem Ordnungsamt Wanzleben keiner mehr für das Tier interessiert. Mein Mann und ich haben privat über 1.500 € an Tierarzt, Physiotherapie, Futter und Homöopathie bezahlt und das in 4 Monaten.

Natürlich haben wir gehofft das Guipago noch ganz viel Zeit hat.


Der Betreiber der Tierauffangstation ist von mehreren Tierschützern bereits mehrfach angezeigt wurden. Von mir persönlich wegen Guipago ebenfalls. Bis heute tut sich nach wie vor nichts. Das die Anlage den gesetzlichen Mindeststandard erfüllt ist korrekt, aber das die Hunde dort nicht tierärztlich versorgt werden, psychisch teils kaputt gemacht werden, die Zwinger kaum verlassen und nicht mal simple Behandlung gegen Parasiten statt findet haben wir in mehreren Fällen beweisen können. Aber nach wie vor läuft es da wie seit vielen Jahren.



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